@Lotzer: Kritik muss nicht immer zielgerichtet sein

dokumentation von einem text, der diesen blog erreicht hat –
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Leider viel zu selten werden Aktionen und Texte der autonomen Szene in Berlin kritisch auseinandergenommen. Ohne eine rabiatere Form der Kritik scheint die Entwicklung von Positionen ausgeschlossen. Was jedoch Sebastian Lotzer unter dem Titel Räumungsblues in Berlin in den Ring geworfen hat, provoziert Nachfragen an die Generation, für die er spricht.
Die tatsächliche Theoriearmut der autonomen Szene beschreibt Sebastian Lotzer in Bezug zur Syndikat Räumung mit den Worten:

haben doch die dazu veröffentlichten Texte nichts Neues zu der Erzählung von Aufwertung und Verdrängung beizutragen, bzw. weisen sie auch nicht wirklich einen Bezug auf jene wegweisende Texte auf, die vor einigen Jahren entstanden sind, die einiges an Resonanz, wenn auch leider nichts an Konsequenz zur Folge hatten. (2) (3) (4) Im Gegenteil, die aktuelle Erzählung von der Verteidigung von Freiräumen fällt hinter jegliche Diskussion der letzten 10 Jahre zurück.

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um danach den zaghaften Krawall in Neukölln mit der Formulierung

Die Berliner Szene gilt jeher als großmäulig und unbeirrbar. Das war schon in den 80igern so.

zu beurteilen. Continue reading

Manifestation 26.09. against Gentrification – 3pm Bambiland

english

Come to the manifestation on the 26th of September against Gentrification! In front of the lifeless “Bambiland” (Rigaerstr. 22) whose inhabitants regularly agitate against the projects.

The building complex “Bambiland” – that was the name of the fallow that got gentrified away – is a symbol of the peak of gentrification. The luxury-bulding of the rich stands in Rigaerstraße and – at least some – of it’s inhabitants stand in the spotlight agitating against the projects Liebig34 and Rigaer94. Inhabitants of Bambiland declare phrases and graffitis like “Yuppie-Pigs shot in the legs” as serious death-threats and are agitating in the rbb aginst the projects. Bambiland is a piece of shit on top of the pile of shit that is gentrification Continue reading

Map of the City of the Rich – Stadtkarte der Stadt der Reichen

Here is a map that informs about the city of the rich. Maybe some of these places pique your interest.
Keep in mind though, that this map is likely not quite up to date and complete.
Every day until the 10th is now DayX!
Chaos instead of eviction!

Hier ist ein Karte die über die Stadt der Reichen informiert. Vielleicht interessiert ihr euch für manche dieser Orte.
Behaltet aber im Hinterkopf, dass die Karte auch gut möglich nicht auf dem neusten Stand und vollständig ist.
Jeder Tag bis zum 10. ist TagX!
Chaos statt Räumung!

Link: https://umap.openstreetmap.fr/en/map/interkiezionale-berlin_409034#14/52.5217/13.4101

CALL DEMO FOR L34 ON OCTOBER 3RD

English version below

AUFRUF ZUR DEMO GEGEN DIE RÄUMUNG DER L34! – CHAOS STATT RÄUMUNG

DEMO 03.10. – Friedrichshain – 21 Uhr

Wir sind wütend! Wütend darauf, dass uns die Liebig34 genommen werden soll. Wütend darauf, dass jeder Versuch eines selbstbestimmten Lebens versucht wird zu zerschlagen. Wir haben keinen Bock mehr auf die ganzen Bullenschikanen im Kiez und überall. Wir haben deren Repression satt, den Staat und seine Bediensteten, die es unmöglich machen, dass Menschen die Stadt gestalten, in der sie leben. Wir scheißen auf Investor*innen für die Berlin nichts weiter ist, als ein Monopoly Spielbrett, auf dem sie ihre Häuser umherschieben können. Wir haben keinen Bock auf die Yuppies, die mit ihren Neubauten und Eigentumswohnungen, die Menschen verdrängen, die hier ihr Leben verbringen, für die die Straße und der Dorfplatz mehr ist, als bloß der Weg zum Co-Working Space. 
Wir fordern eine Stadt von unten. Wir wollen Häuser besetzen. Wir wollen selber entscheiden, wie wir leben wollen.
 
Die Liebig34 muss bleiben! Nicht nur, weil es das Zuhause so vieler Menschen ist. Aber vor allem, weil die Liebig die Geschichte eines Berlins erzählt, in dem nicht nur Menschen mit Kapital und einem SUV sich auf ein Bier treffen konnten. Weil es ein Ort ist, fern von Konsumzwang. Continue reading

sleeping places – schlafplätze

deutschsprachige version unten

For people joining us from outside of Berlin who need a place to sleep, we have a sleeping place orga. You can contact us, if you would like us to organize a sleeping place for you, as well as if you have a sleeping place to offfer: witches-need-sleep@riseup.net

Please provide the following details:

  • Contact name (pseudonym!):
  • Contact details (email or phone):
  • Date of arrival, or date from when you could offer a sleeping place:
  • Departure date or date by when people should leave the place:
  • Number of people
  • Are you FLINT* (woman, lesbian, inter*, nonbinary, trans*)?
  • Do you need a FLINT* space or would you prefer to offer sleeping places to FLINT* people only?

If you want to write to us via encryption, you are welcome to do so. You can find our PGP key here: http://keys.gnupg.net/pks/lookup?search=witches-need-sleep%40&fingerprint=on&op=index

In solidarity,
the sleepingplace crew

auf deutsch darunter Continue reading

Our call against his violence

This man is the Minister of the Interior of Berlin.

His name is Andreas Geisel. He is a socialdemokrat. He is violent and the commander of all Berlin security forces. He says: “Berlin has no space for a feminist space like Liebig34.” He will send some thousand officers to clear the house. He offers his city for destruction. After he will follow his predecessor into the insignificance.

Before is this call:

Räumung zum Desaster machen, aber wie? – Turning eviction into desaster, but how?

english version below

Räumung zum Desaster machen – aber wie?

Am 9. Oktober um 7 Uhr morgens werden die Cops uns versuchen zu räumen! Jetzt gilt es das Haus mit allen Mitteln zu verteidigen. Jeder Tag vor dem 09.10. ist nun TagX!
Das Haus wurde bis jetzt verteidigt und uns zu Räumen ist eine Bedrohung für die Stadt geworden. Einerseits geht es jetzt also darum weiter Druck aufzubauen und das Drohszenario zu steigern.

Druck vorher ist nicht unsere ganze Strategie. Um effektiv und kollektiv zu handeln wollen wir hier unsere Gedanken offenlegen wie wir den Räumungsversuch zu einem Desaster für die Cops, den Senat und Padovicz machen können. Dass das nicht die eine Wahrheit ist und viele verschiedene Aktionsformen Sinn machen ist klar. Dennoch wollen wir hiermit Ansätze diskutieren um gemeinsame effektive Aktionen gegen Räumungsversuche zu finden.

Sitzblockaden werden oft versucht um Räumungen zu verhindern. Doch sie erwiesen sich gegen massive Cop-Aufgebote als nicht-effektiv, vor allem wenn, wie bei der Räumung des Syndikats, die strategisch sinnvollen Blockade-Punkte in Sperrzonen liegen. Die Repressionen, die mit Sitzblockaden verbunden sind, sind recht hoch (gemeinschaftlicher Widerstand, Nötigung…) – auch wenn jegliche Repression natürlich unverhältnismäßig ist. Die direkte Konfrontation mit durchmilitarisierten Bullen können wir nicht gewinnen. Durch Überraschung können wir kurzzeitig erfolgreich sein. So sind Sitzblockaden nicht zu verwerfen. Mit dem eigenen Körper, ohne große Hilfmittel, sich zu widersetzen und die Bullen direkt zu blockieren, ist auch ein wichtiges Werkzeug. Wenn wir die Cops mit Sitzblockaden überraschen oder eine große Masse zu bilden, kann sie durchaus effektiv sein. Auch das Gefühl gegen ein Ungerechtigkeit gemeinsam die Straße zu blockieren und ein mit vielen Menschen in einem kollektiven Moment des pysischen Widerstands zu sein, ist wichtig. Wie viele von uns hatten Radikalisierungsmomente beim Anblick von Bullengewalt bei einer Räumung einer Blockade gegen Faschos?

Das Potential von zielgerichtetem Chaos ist hoch. Die hohe Dynamik von autonomen Gruppen, kann die linearen Konzepte von den ops aus den Angeln heben. Jede Barrikade zieht cops. Und wenn sie erstmal da sind, brennt schon die nächste. Außerdem treibt jeder Angriff auf das Kapital, seine Infrastruktur und seine Garanten – die cops – den Preis eines Räumungsversuches in die Höhe.

Am Tag des Räumungsversuches gibt es zwei Ziele. Einerseits müssen wir Zeit gewinnen. Denn die cops wollen immer noch den Raduga e.V. räumen, der wie mittlerweile wahrscheinlich alle wissen, nicht im Besitz der Räume ist. Da die cops das immer noch so versuchen werden, brauchen wir die Zeit damit anwältlich interveniert werden kann. Das zweite Ziel ist es gegen die Räumung politisch zu kämpfen. Sie ist in unserem Fall besonders in die Unterdrückungsformen des Kapitalismus, des Staates und des Patriarchats eingebunden. Diesen und ihrem Instrument der Zwangsräumung haben wir schon seit langem den Kampf angesagt. Wir wollen den Tag auch als Anlass nehmen den Kampf weiterzubringen, in Bewegung zu kommen und offensiv gegen Unterdrückung und Verdrängung zu kämpfen.
So bald emanzipatorische und revolutionäre Ansätze verfolgt werden, sind die Cops nicht weit weg und versuchen unsere Existenzen und unseren Widerstand zu zerstören.
So braucht es einerseits dezentrale Aktionen, die den cops Zeit rauben und damit uns Zeit geben. Infrastruktur ist hier ein guter Ansatzpunkt. Ein Räumungsversuch gegen uns wird mit viel Material und cops verbunden sein, was erstmal herangekarrt werden muss. Diese Logistik gilt es zu stören und zu zerstören.
Die Liebig34 ist Teil des anarchistischen, des queeren, des feministischen Kampfes. Diesen voranzubringen, der politischen Idee des Hauses mehr Bewegung zu geben und gegen die Unterdrückung und Verdrängung anzukämpfen ist nicht nur als Rache zu verstehen, sondern auch das Weiterleben dieser Idee. Die Ziele sind klar Patriarchat, Staat und cops, sowie Kapitalismus und seine Infrastuktur.

Für dezentrale Aktionen – in Berlin und überall!

Und wie immer: Be careful with each other, so that we can be dangerous together!

Turning eviction into desaster – but how?

On October 9th at 7 am the cops will try to evict us! Now we have to defend the house with all means. Every day before 09.10. is now DayX!
The house has so far been defended and to evict us has become a threat for the city. On the one hand, it is now a matter of building up more pressure and increasing the threat scenario.

Pressure before is not our whole strategy. In order to act effectively and collectively, we want to share our thoughts here on how to make the eviction attempt a disaster for the cops, the Senate and Padovicz. That this is not the one truth and that many different forms of action make sense is clear. Nevertheless we want to discuss approaches to find effective joint actions against eviction attempts.

Seat blockades are often tried to prevent evictions. But they proved to be ineffective against massive cop deployments, especially when, as in the case of the eviction of the syndicate, the strategically useful blockade points are located in restricted areas. The repression associated with sit-in blockades is quite high (joint resistance, coercion…) – although any repression is of course disproportionate. We cannot win the direct confrontation with thoroughly militarized cops. By surprise we can be successful for a short time. Nevertheless, sit-in blockades are not to be rejected. Using one’s own body, without much help, to resist and directly block the cops is also an important tool. If we surprise the cops with sit-blocks or form a large mass, it can be quite effective. It is also important to have the feeling to block the street together against an injustice and to be one with many people in a collective moment of physical resistance. How many of us had moments of radicalization at the sight of cop violence during the clearing of a blockade against fascists?

The potential of purposeful chaos is high. The high dynamics of autonomous groups, can unhinge the linear concepts of cops. Every barricade draws cops. And once they are there, the next one is already burning. Moreover, every attack on capital, its infrastructure and its guarantors – the cops – pushes up the price of an attempt to evict.

On the day of the attempted eviction there are two goals. On the one hand, we have to gain time. Because the cops still want to evict Raduga e.V., which, as everyone probably knows by now, is not in possession of the premises. Since the cops will still try to do so, we need the time to intervene with a lawyer. The second goal is to fight against the eviction politically. In our case, it is particularly involved in the forms of oppression of capitalism, the state and the patriarchy. We have been fighting this and its instrument of forced eviction for a long time. We also want to take this day as an occasion to take the struggle forward, to get moving and to fight offensively against oppression and repression.
As soon as emancipatory and revolutionary approaches are pursued, the cops are not far away and try to destroy our existence and our resistance.
So on the one hand there is a need for decentralized actions that rob the cops of time and thus give us time. Infrastructure is a good starting point here. An attempt to evict us will require a lot of material and cops, which will have to be brought in first. These logistics have to be disrupted and destroyed.
Liebig34 is part of the anarchist, the queer and the feminist struggle. To advance this, to give more movement to the political idea of the house and to fight against oppression and repression is not only to be understood as revenge, but also the survival of this idea. The targets are clearly patriarchy, state and cops, and capitalism and its infrastructure.

For decentral actions – in Berlin and everywhere!

And as always: Be careful with each other, so that we can be dangerous together!
Liebig34

International Call for Action and Discussion Days in Berlin 30.10.-01.11.2020

International Call for Action and Discussion Days in Berlin 30.10.-01.11.2020
International Demo in Berlin 31.10.2020

the call in greek BEΡΟΛΙΝΟ 30.10-01.11.2020 ΠΑΓΚΟΣΜΙΕΣ ΗΜΕΡΕΣ ΔΡΑΣΗΣ ΚΑΙ ΠΟΡΕΙΑ
the call in spanish Llamamiento Internacional para los días de acción y debate en Berlín 30.10.-01.11.2020
the call in french Appel international aux journées d’action et de discussion à Berlin du 30.10. au 1.11.2020

UNITED WE FIGHT!
Connect Urban Struggles – Defend Autonomous Spaces

Over the last years we experience a global resurgence of reactionary politics. State and capital, in a constant process of intensifying exploitation and expanding repression, used the global capitalist crisis, which started a decade ago, as a chance to further restructure relations of power in their advantage. Their political answer is materialized in a shift to the right, with a political alliance of neoliberal economic policies coupled with strong nationalistic narratives and repressive policies against resistance and progressive movements. The new face of authoritarianism has unleashed an all out attack against individuals it considers unnecessary or those that choose to resist and collectivize against the ruin of their lives. In our current period, states the world over used measures against Covid-19 to extend repression, policing and surveillance against societies. At the same time, the failings of neoliberal healthcare systems have led to masses of deaths and increasing inequality due to access to healthcare. Continue reading